Rückblick zur Veranstaltung «Heizen in Bergregionen»

Bei schönstem Herbstwetter fanden sich am 13. Oktober um 14. Uhr, rund 30 interessierte Zweitwohnungsbesitzer zum Herbstanlass «Heizen in Bergregionen» von BellwaldPlus im Vereinslokal von Bellwald ein.
Die meisten Zweitwohnungen in Bellwald sind mit elektrischen Heizkörpern ausgestattet, welche in die Jahre gekommen sind und ersetzt werden sollten. Entsprechend gespannt war die Hörerschaft, was für Lösungen die Referenten aufzeigen würden.
Patrizia Imhof, von der Energieregion Goms, gab eine Übersicht über die Beratungsdienstleistungen, von der Erstellung eines Energiekonzeptes bis hin zum Vorgehen bezügl. der Beantragung von Fördergeldern.
Simon Summermatter, von der Lauber IWISA AG, gab einen Überblick über sämtliche Dienstleistungen rund um Gebäudetechnik und Energieeffizienz, proklamierte die Vorteile einer Konzeption und zeigte vorteilhafte Lösungen auf, zB der Einsatz von Luft-Wasser-Wärmepumpen oder die Nutzung von Solarenergie.
Jan Gattlen, Ewald Gattlen AG, stellte die Kompetenzbereiche des Familienunternehmens, spezialisiert auf Gebäudetechnik und Ansprechpartner für Heizungs-, Lüftungs- sowie Solaranlagen, vor. Er präsentierte uns Lösungsbeispiele mit Kostenzusammenstellungen für Gebäudesanierungen mit Planungsgrundlagen basierend auf dem GEAK. Der GEAK ist der offizielle Gebäudeenergieausweis der Kantone und gibt Auskunft über den energetischen Ist-Zustand einer Liegenschaft sowie das energetische Verbesserungspotenzial von Gebäudehülle und Gebäudetechnik.
Stefan Williner, von der winsun AG, fokossierte in seinen Ausführungen auf Solaranlagen und deren Vielfalt bei der Montage. Er zeigte zwei Lösungen mit der Kostenzusammenstellung, in welchen neben den Investitionen auch die Beiträge für Fördergelder und Steuerersparnisse aufgeführt waren. Er machte darauf aufmerksam, dass zB. Installationen von Photovoltaik-Anlagen “Aufdach” oder “Indach” erst Sinn machen, wenn das Dach und der Dachstuhl vorgängig entsprechend saniert wurden und die Tragfähigkeit gegeben ist.
Abschliessend erfolgte das Referat von Hanspeter Haller aus Riedingen (Deutschland), von der HALLER Energiefreiheit GmbH, welcher die Infrarotheizung als innovative Lösung lancierte. Er stellte die Vorteile einer Infrarotheizung (Strahlungsheizung) gegenüber von herkömmlichen Heizsystemen mit Radiatoren und Elektroheizungen (Luftheizungen) provokant dar und unterstrich neben der Energieeffizienz, die Umweltfreundlichenkeit und den deutlich höheren Wirkungsgrad einer Strahlungsheizung, welche schnell zu einem behaglichen wahrnehmbaren Wärmegefühl führt.
Diese Gegenüberstellung führte zu einer intensiven Diskussion unter den Referenten und zu kritischen Fragestellungen seitens Zweitwohnungsbesitzer.
Die Infrarotheizung als Lösungskonzept ist auf Interesse gestossen, steht jedoch im Widerspruch mit dem heute geltenden Energiegesetz und der Auflage, dass bis 2030 keine “Elektrische Heizungen” mehr in Betrieb sein dürfen und somit auch keine Infrarotheizungen als Ersatz eingesetzt werden dürfen.
Die Lösungskonzepte der Firmenvertreter aus dem Wallis sind technologisch sehr interessant, entsprechen jedoch bezüglich Investitionskosten nicht den Vorstellungen der Zweitwohnungsbesitzer. Insbesondere der Einbau von Wärmepumpen ist sehr kostenintensiv, da neben der Heizungsanlage auch eine Fussbodenheizung zu installieren ist und somit umfangreiche Baumassnahmen erforderlich sind.
Im Schnitt bewohnen Zweitwohnungsbesitzer ihre Häuser und Wohnungen zwischen 4 – 6 Wochen im Jahr und die Kosten einer Energieeffizienz-Renovation stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen.
Die Nutzung von Solarenergie ist zwar grundsätzlich vielversprechend für einen sonnenreichen Ort wie Bellwald, jedoch durch die langen und schneereichen Wintermonate ist der Wirkungsgrad schlecht.
Der Wunsch für den Einsatz von Infrarotheizungen hat sich gezeigt, benötigt jedoch basierend auf dem heute geltenden Energiegesetz entweder eine gültige Sonderbewilligung oder eine entsprechende gesetzliche Anpassung. Zudem müssten bei der Kalkulation von Infrarotheizungen die Gesamtkosten inkl. Solartechnik-Lösung transparent und vollständig gemacht werden, damit die Vergleichbarkeit zu den anderen gezeigten Lösungen gegeben ist. 
Es kann festgehalten werden, dass es für die Bedürfnisse der Zweitwohnungsbesitzer noch keine entsprechenden Lösungen (Investition vs. Nutzen) gibt.
Mögliche Lösungen könnte auch die Realisierung einer Gemeinschafts-Photovoltaikanlage sein.
Die Referenten haben Bereitschaft gezeigt, sich zusammen mit Bellwald plus, Energieexperten, Gemeinde -und Kantonsvertreter in einer Arbeitsgruppe mit den geäusserten Bedürfnissen vertieft auseinanderzusetzen und Lösungen auszuarbeiten.

Die Folien der erwähnten Präsentationen sind für BellwaldPlus Mitglieder im Log-In Bereich unter Informationen einsehbar.
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