Erlebnisbericht von der 2. Bellwalder Heimattagung vom 26. - 28. August 2016

Nach monatelanger Vorbereitung und knapp 50 Jahre nach der ersten Tagung dieser Art versammelten sich Burger, ausgewanderte Bellwalder sowie zahlreiche Gäste und Feriengäste bei besten Wetterverhältnissen zu einer sehr harmonisch verlaufenen mehrtägigen Begegnung im historischen Dorfkern von Bellwald.

Die Organisatoren hatten ein umfassendes Konzept realisiert, das zudem von vielen Bellwalder Familien mit grossem persönlichem Engagement begleitet und getragen wurde. Einige der historischen Spycher und Keller wurden zu Weinstuben umfunktioniert, im Vereinslokal gab es anregende Cocktails, der Gemeindesaal wurde zur Kaffeestube umfunktioniert und auf dem Dorfplatz fanden parallel zum Kantinenbetrieb kurzweilige Theater-Aufführungen statt. Auf der Grossen Bühne in der Mehrzweckhalle traten nacheinander unsere bekannte Bellwalder Musikgesellschaft Richenenalp und als Gäste eine mitreissende Band aus Roggwil/Thurgau auf. Durch die Veranstaltungen moderierte alle Tage das Komiker-Duo „DÜNITDÜ“, deren extrabreiter Walliser Slang leider für die ausländischen Gäste kaum zu verstehen war. Trotzdem ein Hingucker!

Aber es gab nicht nur Partystimmung bis in die Morgenstunden, sondern auch Interessantes und Nachdenkliches.
Die am Samstagnachmittag durchgeführte Podiumsdiskussion auf dem vollen Dorfplatz umkreiste die Thematik „Bellwald vom Bauerndorf zum Tourismusort“. Waldemar Schön moderierte die spannende und tiefschürfende Diskussion. Es blieb es nicht nur bei den üblichen Sonntagsreden, sondern Schön hakte zur Zufriedenheit der Zuhörer immer wieder nach.
Neben dem früheren Gemeindepräsidenten Andreas Wyden, ergänzten Beat Ruppen als Präsident des UNESCO Welterbe und Bellwalder Landwirt Elmar Schmid die Runde. Dr. Peter Furger, der Tourismus- und Bergbahnexperte, positionierte sich ganz besonders, denn seine Zukunftsperspektiven und Aussagen sollten einerseits aufmuntern, andererseits aber auch vielen alteingesessenen Gastronomen und Verantwortlichen Kopfzerbrechen bereitet haben. Sein Credo „der Wurm müsse dem Fisch schmecken und nicht dem Angler“, war die unmissverständliche Botschaft an die Tourismusindustrie, sich mehr auf die Wünsche und Belange der Touristen zu konzentrieren. Allen Akteuren lag es daran die Bedeutung des Tourismus für die Alpenregion, insbesondere für Bellwald hervorzuheben. Elmar Schmid erläuterte zudem die veränderte Situation aus seiner Sicht als Landwirt. Und natürlich wurden frühere Fehler und Bausünden angesprochen und welche Lehren daraus zukünftig zu ziehen seien.
Laut Dr. Furger gibt es im gesamten alpenländischen Tourismusbereich dringenden Handlungs- und Nachholbedarf, und nicht zuletzt auch hier in Bellwald. Aus meiner Sicht und als Mitglied des Vorstandes vom Verein BellwaldPlus werte ich die Tatsache, dass diese Diskussion so vielversprechend organsiert und offen geführt wurde als Indiz dafür, dass unsere Verwaltung die Zeichen der Zeit längst erkannt hat.

Abschliessendes HIGHLIGHT!
Bevor das Fest am Sonntag im Bereich der Mehrzweckhalle mit einem Brunch endete, gab es einen ergreifenden Feldgottesdienst auf dem Dorfplatz, begleitet von den Gommer Chören, deren Orchester und Solisten, die nach der Messe ihr Repertoire zum Besten gaben.

Aufgezeichnet am 31. August 2016 von Gerd Stoll

 

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